Medikamente in der Schule:

Medikamente in der Schule - Grundsituationen:

Medikamente sind ein brenzliges Thema in der Schule, wobei ich 2 Bereiche unterscheide:

  • Medikamente, die in der Schule eingenommen werden müssen, weil Schüler eine schwere Krankheit haben und eine Medikamenteneinnahme in der Schule notwendig ist.
  • Medikamente, die auch im Interesse der Schule oder sgar auf deren Druck hin in der Schule eingenommen werden, was vor allem für verhaltensauffällige Schüler gilt.

Medikamente in der Schule - notwendige Medikamente:

Was die Einnahme von notwendigen Medikamenten betrifft, so sollte es eigentlich keinen Dissens geben: Natürlich müssen die Schüler diese Medikamente einnehmen.

Brenzlig wird es dann, wenn die Schüler eine zweite Dosis in der Schule benötigen und

  • die Einnahme nicht ganz einfach zu gestalten ist (bspw. Spritze)
  • bzw. wichtig ist, daß die Kinder eine bestimmte Uhrzeit einhalten (bspw. Herzleiden)
  • bzw. die Einnahme an ein unerwartetes Ereignis anknüpft, wie es beispielsweise bei schweren Allergien der Fall ist.

Naturgemäß liegt es nicht in der Natur eines Menschen begründet, gerne Verantwortung zu übernehmen und dies geschieht eben dann, wenn man auf die Mitwirkung von Lehrern angewiesen ist. Vielfach herrscht dann die Stimmung, daß es nicht zum eigenen Aufgabenbereich gehöre, dafür Sorge zu tragen.

In der Praxis weigern sich Lehrer vielfach erst einmal kategorisch oder aber sie legen seitenlange Einverständniserklärungen vor, die gegenzuzeichnen sind.

Vorsicht geboten ist übrigens beim Besuch von Privatschulen, da diese ein gesteigertes Maß an Verantwortung zum Anlaß nahmen könnten, zu kündigen!

Also: Als Jurist kann ich noch verstehen, wenn sich Lehrer Enthaftungserklärungen unterzeichnen lassen. Es ist ja juristischer Alltag, daß nicht jeder überall für alles gerade stehen möchte und es ist für die betroffenen Eltern im Regelfall verständlich, daß niemand die rechtliche Verantwortung übernehmen möchte, wenn etwas schiefläuft. Die Grenzen für AGB sorgen ohnehin dafür, daß sich der betroffene Lehrer nicht für alles enthaften kann...

Im übrigen entspricht es durchaus dem Berufsbild eines Lehrers, daß er eben nicht nur glatt verlaufende Fälle betreut, sondern auch Problemsituationen haben kann. Wenn vielen Lehrern aber bereits ein Schüler mit Legasthenie lästig ist, dann gilt dies im Geiste aber natürlich erst recht hier.

Kurzum: Es gehört zum Berufsbild eines Lehrers, sich auch um solche Fälle zu kümmern. In Zeiten politischer Diskussionen um Inklusion kann man ja nicht im Ergebnis Sonderschulen für physisch kranke Schüler schaffen, die ansonsten völlig normal sind - außer daß ihre Krankheit potentiell gefährlich für sie werden kann, wenn die Medikamentierung nicht ordnungsgemäß erfolgt. Und noch weniger Verständnis habe ich für private Einrichtungen, die erst gar keine Verträge mit solchen Schülern schließen oder diesen dann kündigen.

Sollte es hier also zu Problemen kommen, dann kontaktieren Sie mich bitte direkt.

Medikamente in der Schule - von der Schule selbst erwünschte Medikamentierung/ ADHS-Fälle:

Der Klassiker sind aber tatsächlich die Fälle, bei denen die Schule selbst auf die Idee kommt, daß Schüler Medikamente einnehmen sollten bzw. sogar Druck auf die Eltern ausüben, daß dies geschieht - der ADHS-Schüler:

Einen Schritt zurück: Natürlich sollte man sich stets gut überlegen, ob man dem Druck der Schule nachgibt und einen ADHS-Schüler mit Medikamenten "ruhigstellt":

  • Wenn man damit bereits in der Grundschule "anfängt", dann hat man tatsächlich einen weiten Weg der Medikamenteneinnahme vor sich.
  • Und wenn es nicht funktioniert, weil die Nebenwirkungen zu gravierend sind, dann stellt die Schule natürlich die Frage, wie es dann überhaupt noch funktionieren soll...
Kurzum: Vorschnell sollte man sich nicht über den Tisch ziehen lassen. Sind Sie in einer Drucksituation, kontaktieren Sie mich möglichst frühzeitig. Ich kann die konkrete Lage aus meinen Erfahrungen dann gut einschätzen und man kann dann oftmals auch noch eine andere Lösung durchsetzen.

Ist es bereits soweit, dann entsteht mitunter folgende paradoxe Situation: Bei der Einstellung stellt sich heraus, daß eine Medikamentenvergabe am morgen nicht ausreicht bzw. sich zu schlecht verteilt, d.h. man muß die Dosierung auf den Tag verteilen und eine weitere Einnahme in der Schule wird notwendig.

Damit will die Schule dann aber nichts zu tun haben, lieber nörgelt sie herum, daß es manchmal schwierige Situationen gibt und die Medikamente "nicht immer" wirken - welch Wunder ereignen sich solche Situationen in den letzten Schulstunden, so daß man eigentlich nicht Medizin studiert zu haben bräuchte, um einen Zusammenhang mit der Medikamentierung festzustellen.

Natürlich wäre es rechtsmißbräuchlich, erst auf eine Medikamentierung hinzuwirken und dann einer Mitwirkung bei der Einnahme zu verweigern. Dies gebietet bereits der Grundsatz der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.

Gibt es hier also Probleme, dann kontaktieren Sie mich.